Schnelltestentwicklung zur Diagnose schwer behandelbarer VRE-Bakterien
Enterococcus faecium ist ein Bakterium, das von Natur aus gegen viele gängige Antibiotika resistent ist. Insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen, wie immungeschwächten Personen, kann das Bakterium schwer behandelbare Infektionen verursachen und stellt daher ein bedeutendes Problem als nosokomialer Infektionserreger dar. Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE) zählen zu den besonders besorgniserregenden antibiotikaresistenten Problemkeimen, da ihre Behandlung stark eingeschränkt ist. Die Resistenz beruht auf den Enzymkomplexen VanA oder VanB, die Vancomycin unwirksam machen. VanB wird jedoch in gängigen Empfindlichkeitstests der Diagnostik oft nicht zuverlässig erkannt, was zu ineffektiven Therapien und einer weiteren Ausbreitung von VRE führen kann.
Bahnbrechende Forschung zu neuem Antibiotikum ausgezeichnet
Prof. Tanja Schneider, Leiterin des Instituts für Pharmazeutische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB), wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der Preis, der als eine der renommiertesten Auszeichnungen in der pharmazeutischen Forschung gilt, wird jährlich in vier Kategorien an herausragende Projekte vergeben. Prof. Schneider, die auch an der Universität Bonn forscht, erhielt die Ehrung in der Kategorie „Pharmazeutische Biologie“ für ihre wegweisende Forschung zur Wirkweise des neuartigen Antibiotikums Clovibactin.
Mögliche Alternative zu Antibiotika aus Bakterien
Viele Bakterien produzieren Substanzen, um sich in ihrer wettbewerbsintensiven natürlichen Umgebung gegenüber Konkurrenten Vorteile zu verschaffen. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben ein neues so genanntes Lantibiotikum, nämlich das Epilancin A37 gefunden. Es wird von Staphylokokken, die beispielsweise die Haut besiedeln, gebildet und wirkt spezifisch gegen deren dortige Hauptkonkurrenten, die Corynebakterien. Diese Spezifität wird vermutlich über einen ganz besonderen Wirkmechanismus vermittelt, den die Forschenden im Detail entschlüsseln konnten. Ihre Ergebnisse sind jetzt im renommierten ISME Journal veröffentlicht.
Wirkweise von Clovibactin
Immer mehr bakterielle Krankheitserreger entwickeln Resistenzen. Die Gefahr nimmt zu, dass gängige Medikamente nicht mehr gegen Infektionskrankheiten wirken. Weltweit sucht die Wissenschaft deshalb nach neuen Wirkstoffen. Forschende der Universität Bonn und des UKB, des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Universität Utrecht (Niederlande), der Northeastern University in Boston (USA) und der Firma NovoBiotic Pharmaceuticals in Cambridge (USA) haben nun gemeinsam ein neues Antibiotikum entdeckt und seine Wirkweise aufgeklärt. Clovibactin stammt von einem Bodenbakterium. Dieses Antibiotikum attackiert hochwirksam die Zellwand von Bakterien, einschließlich zahlreicher multiresistenter „Krankenhauskeime“. Die Ergebnisse sind nun im renommierten Journal „Cell“ veröffentlicht.
Neue Gruppe von antibakteriellen Molekülen entdeckt
Forscher des Karolinska Instituts, der Universität Umeå und der Universität Bonn haben eine Gruppe von Molekülen identifiziert, die eine antibakterielle Wirkung gegen viele antibiotika-resistente Bakterien haben. Da die Eigenschaften dieser kleinen Moleküle leicht chemisch verändert werden können, besteht die Hoffnung, neue, wirksame Antibiotika mit geringen Nebenwirkungen zu entwickeln. Die Ergebnisse sind nun im Journal PNAS veröffentlicht.
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